Hilfen
Montag, den 10. August 2009 um 12:48 Uhr
Eigene Ressourcen und Hilfen für Sehbehinderte und Blinde.
Nicht der Grad und die Ursache der Sehbehinderung sind ausschlaggebend in wiefern der Betroffene tatsächlich behindert ist, sondern seine Fähigkeit diese Sehbehinderung durch vermehrten Einsatz von Ressourcen (Sehrest und andere Sinnesorgane) sowie durch Umstellung alter Gewohnheiten oder Erlernen neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten auszugleichen!
Im Fachhandel wird eine Fülle von speziellen Hilfsmitteln angeboten, welche den Sehbehinderten und Blinden ermöglichen, ihre verbliebenen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Verbunden mit einem Training der lebenspraktischen Fertigkeiten, in welchem die Umstellung alter Gewohnheiten und das Aneignen neuer Fähigkeiten des Alltags gelernt wird, ist ein großer Zugewinn an Selbständigkeit und Selbstvertrauen zu erzielen.
Ein spezielles Orientierungs- und Mobilitätstraining erweitert den Bewegungsradius des Betroffenen und ermöglicht es ihm sich in seiner Umgebung besser zurechtzufinden und ohne fremde Hilfe umherzugehen. Dieses Training erfolgt unter Anleitung der spezialisierten Mitarbeiter unserer Vereinigung und der staatlichen Blindenschule "Institut pour Déficients Visuels" in Luxemburg. Eine weitere Hilfe auf diesem Gebiet ist der Blindenführhund, welcher den Blinden sicher auf den dem Hund bekannten Wegen führt.
Für Personen mit verbleibendem Sehrest bestehen folgende Möglichkeiten:
Sehresttraining, Lupen, Lupenbrillen, Texte in Großschrift, Vergrößerungsgerät oder Vergrößerungsprogramm im Computer.
Des Weiteren ist der gezielte Einsatz des Tastsinns, verbunden mit der Anwendung verschiedenster tastbarer Merkmale die unter anderem an Haushaltsgeräte angebracht werden können, eine große Hilfe. Nicht zu vergessen sei hier der weiße Blindenstock, mit dem der Betroffene den Weg vor sich abtastet und die anderen Menschen zur Aufmerksamkeit anregt.
Das Lernen der Blindenschrift ermöglicht es dem Blinden wieder Zugang zur geschriebenen Texten zu bekommen - doch sei erwähnt, dass viele ältere Menschen sich scheuen sich dieser Herausforderung zu stellen, oder aus verschiedenen Gründen nicht mehr dazu in der Lage sind die Blindenschrift zu lernen.
Als weitere wichtige Hilfe gilt der Hörsinn, welcher entgegen der geläufigen Meinung, bei den Blinden nicht besser ausgebildet sondern besser trainiert ist. Diese Funktion wird durch zahlreiche sprechende Geräte und Apparate unterstützt, wie zum Beispiel sprechende Uhr, sprechende Personenwaage, sprechende Thermometer und andere Haushaltsapparate.
Vor allem in öffentlichen Bereichen sind akustische Anhaltspunkte wie tickende Verkehrsampeln und sprechende Lifte wertvolle Orientierungshilfen.
Eine zusätzliche Hilfe auf dem Gebiet des Hörsinns stellt die Luxemburger Blindenvereinigung all den Menschen zur Verfügung, welche nicht mehr genug sehen um lesen zu können: Eine Hörbücherei mit mehr als 2000 Büchern welche auf Kassetten vorgelesen sind, sowie wöchentliche Auszüge der wichtigsten Tageszeitungen und Wochenzeitschriften.
In diesen wenigen Abschnitten sind nur die wichtigsten Hilfen kurz vorgestellt worden, und eine komplette Auflistung würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Obschon die Medizin große Fortschritte macht, so bleiben doch Sehbehinderung und Erblindung ein ernstes Problem welches bis jetzt nicht gelöst werden kann. Wenn auch die Zahl der jungen Sehbehinderten und Blinden erfreulicherweise abnimmt, so ist im Gegensatz dazu die Zahl der Älteren steigend.
Außer der Blindenvereinigung bieten verschiedene private und staatliche Organisationen allen Sehbehinderten und Blinden ihre Dienste an.
An dieser Stelle sind kurz deren Anschrift und Hauptaktivitäten aufgelistet.
DIE CANNE BLANCHE IN LUXEMBURG (Tel: 450202-1) …
ist der Unterstützungsverein für die Sehbehinderten und Blinde und organisiert Ausflüge, freundschaftliche Zusammenkünfte...
DAS "IDV" : INSTITUT POUR DEFICIENTS VISUELS IN BERTRANGE (Tel: 454306 - 1)...
ist das Staatliche Blinden- und Sehbehinderteninstitut und bietet als Blindenschule außer der schulischen Begleitung Kinder und Jugendlicher, folgende Dienste für ältere Personen an: Training für lebenspraktische Fertigkeiten, Mobilitätstraining, Sehresttraining, Beratung.
BARTIMEE IN LUXEMBURG (Tel: 44743-246)…
… ist der Blindenpastoraldienst des Bistums und organisiert pastorale Begleitung, Einkehrtage, Pilgerfahrten und Zusammenkünfte.
INFO - HANDICAP IN ITZIG (Tel: 366 466) …
… ist eine Sammelstelle für Informationen über Behinderungen und vermittelt Kontakte zu Hilfspersonen und -organisationen und erteilt Auskünfte über alle möglichen Behinderungen.
VERSCHIEDENE GESETZLICHE VORTEILE UND HILFEN …
… werden vom Staat gewährleistet:
Behindertenkarten, Parkingvignette, kostenlose Blindensendungen durch die Post, Steuerfreibetrag, Erlass der Autosteuern, Garantiertes Mindesteinkommen, Unterstützung für Hilfsmittel und andere Leistungen seitens der Pflegeversicherung.
Sehbehinderung und Erblindung bleiben weiterhin eine grosse Herausforderung für den Betroffenen, jedoch ist es für ihn ermutigend festzustellen, dass es noch nie so viele Hilfen wie heute gab.
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